DIE SONNE

Ich möchte beginnen mit dem Essentiellen, dem Wesentlichen: Dem Licht, der Sonne selbst – und einer Sonnengöttin. Dazu ein Mythos aus Japan, ein Gedicht der Poetin Jeanine Hall Gailey und weiter unten ein Song-/Text, der als musikalische Poetry das Live-Programm starten wird.

HYMNE AN DIE NATUR
(nach dem 10. Orphischen Hymnus 1781 übersetzt) 

Die Orphischen Hymnen sind eine Sammlung von 87 altgriechischen Lobgesängen an verschiedene Gottheiten aus der Spätantike (2.–3. Jh. n. Chr.), die in der Antike dem mythischen Dichter Orpheus zugeschrieben wurden. Die Hymnen wurden von seinen Anhängern erschaffen, um die orphische Lehre zu verbreiten, Götter zu verehren und in mystischen Riten spirituelle Ekstase oder Reinigung zu erreichen. Der 10. Orphische Hymnus ist in der Sammlung der Orphischen Hymnen dem Gott Pan gewidmet. 

O Natur, du Mutter von allem, allwirkende Göttin,
Reich an Künsten und alt geboren und immer erschaffend! 
Allbezwingerin, unbezwungene, leuchtend und leitend!
Allbeherrscherin, allgepriesene, erste von allen!
Unvergängliche, erstgeborne, blühend und uralt!
Unaufhaltbar im Laufe führst du die Sterne der Nächte,
Wandelst geräuschlos dahin auf den leisen Spitzen der Fersen.
Heiliger Schmuck der Götter, du endloses Ende von allem,
Allen Wesen gemein und unmittelbar alleine!
Selbergeborene, vaterlose, ewige Urkraft!
Blüten erziehend, Liebe verflechtend, alles vermischend!
Anfang und Vollendung, das Leben erteilend und Nahrung!
Allgenügsam, gerecht und den Grazien liebliche Mutter!
Herrschend im Himmel und auf Erden und herrschend im Meere!
Strenge und bitter den Bösen, Gehorchenden gnädig und liebreich
Du, all weise, gabenreiche, herrschende Göttin!

Nährerin dessen, was wächst, Zerstörerin alles Gewachsnen,
Vater bist du und Mutter von allem und Amme dazu auch.
Schnelle Gebärerin, samenreich und zeitenerfüllend,
Kunstreiche, gestaltenbildende, immer im Schaffen!
Ewige, immer bewegte, an Kräften reich und an Klugheit,
Schnell ihre Schritte wälzend in unaufhörlichem Krachen,
Grundvollendete, immer strömend, gestaltenverwandelnd!
Herrlich thronende, die allein vollführt ihren Willen Allezeit,
über die Herrscher erhaben, mächtig und donnernd,
Unerschütterlich, festgegründet, Flammen ausatmend,
Allbezwingend! — Ewiges Leben, unsterbliche Weisheit,
Alles ist dein, denn du allein bist die Schöpferin allem;
Darum, o Göttin, fleh‘ ich dich an, daß du bringst mit den Zeiten
Freuden uns und Gesundheit und allen Dingen das Wachstum!

SUN GODDESS 

Die Dichtung feiert die Sonne und ihre Sonnengöttinnen als strahlende Wärme, als goldene Energie und als weibliche Kraft, wie sie mythologische Figuren wie Amaterasu oder Sol verkörpern. Gedichte beschreiben die Göttin als Quelle des Lebens, die als „goldener Umhang“ das Licht nach der Dunkelheit bringt oder als feurige Macht, die den Tag regiert. 

Gedichte wie „Amaterasu, the Sun Goddess, Returns“ von Jeanine Hall Gailey beschreiben das Erwachen der Göttin, die aus der dunklen Höhle tritt, um mit Wärme und ihren goldenen Fingern die Welt zu erleuchten. 

Die Poesie verbindet oft den Sonnenkult mit weiblicher Souveränität, sei es durch die nordische Sol, die in einem goldenen Wagen fährt, oder die japanische Amaterasu, die das Licht zurückbringt.

PETRICHOR 

Sommerregen. Für mich etwas ganz Besonderes.
Wenn Regentropfen im Sommer auf die von der Sonne erwärmten Straßen und Pflanzen trifft, entsteht ein ganz spezieller Geruch in der Luft. 
Ein Geruch, der glücklich macht, weil er uns intensiv an unsere schönsten Sommererlebnisse erinnert.  Dieser Duft hört auf den schönen Namen „Petrichor“.
Es werden ätherische  Öle und Geosmin aus der Erde, Pflanzen und Steinen freigesetzt.

DER MYTHOS

Die Sonnengöttin Amaterasu war nach einem eskalierten Konflikt mit ihrem Bruder verschwunden – eifersüchtig und streitsüchitg hatte er alles zerstört, was unter ihrem Licht gewachsen war – zudem tötete er ihr heiliges Pferd. Sie ging gebrochenen Herzens in eine Höhle. Und verschloss sie mit einem riesigen Felsen.

Die Welt wurde dunkel. Leer, kalt. 

Die anderen Götter wurden ebenso kraftlos und baten sie um ihre Rückkehr, aber nichts konnte sie zurückholen. 

ISUMI & IHR LACHEN

Eine der vielen Götter hatte eine andere Idee. Sie ging vor ihren Höhleneingang, tanzte, lachte, lockte sie mit ihrer Freude und steckte sie letztlich mit ihrem ansteckenden Lachen hervor. So begegnete sie ihrem Spiegelbild und erkannte dass sie der Welt fehlte.

Lachen Anmut und Freude hatte sie zurückgeholt. 

SUN GODESS SONG

(Spoken)
The sun goddess
warming the world
In golden brilliance
Birds would sing for her
Flowers turn their faces in devotion

Not just a goddess
She IS LIFE
Radiance
Harmony

Blessing to the world
In early hours 

Life 
light 
purity
Birth and divine power
Warmth and vitality
Hope 
Hope to the world
Creating peace
Soothing souls

(Sung – INSPIRED BY TYREK MCDOLE)
Precious energy
Won’t you flow right into me
Power from the sun
And love for everyone
Woah, precious energy
For all eternity
Shining from above
And sending down God’s love
Sending down God’s love