OVERJOYED
Composed by Stevie Wonder, 1985
Stefanie Boltz: Vocals, Backing Vocals
Nenad Uskokovic: Cello
“And though you don’t believe that they do
They do come true
For did my dreams
Come true when I looked at you
And maybe too, if you would believe
You too might be
Over joyed, over loved, over me”
Stevie Wonder
Glück im Überschwang. Wenn ein Liebesglück wahr wird. Wahr werden könnte. Hoffnung Sehnsucht, Erfüllung. “Over joyed over loved over you.”
Dieses zeitlose Masterpiece von Mastermind Stevie Wonder ist eine wunderbare Reise durch Harmonien und Modulationen. Es ist anspruchsvoll und spielt sich doch von selbst.
Es fließt wie ein Gedicht, für mein Empfinden, daher passt es so gut ins Album.
WALKING ON SUNSHINE
Composed by Kimberly Rew, 1983
Stefanie Boltz: Vocals, Backing Vocals
Nenad Uskokovic: Cello, Bass
Manfred Mildenberger: Drums
featuring San 2 on Blues Harp
“I’m walking on sunshine, wooah!
And don’t it feel good”
Katrina And The Waves
Kurioserweise ist dieses unverzichtbare Sommer-Gute-Laune-Stück entstanden an einem eiskalten englischen Wintertag im Jahr 1983.
Gitarrist Kimberley Rew schrieb den Song mit einer schweren Bronchitis und brachte ihn kränkelnd in den Proberaum. Die Sängerin Katrina fand den Song total unpassend für die Band, weil sie eher härter orientiert war, so wie die Ramones etwa.
Aber die Melodie ließ sie nicht mehr los. Ein Jahr später brachte ein kanadisches Label den Song raus und er wurde zum internationalen Hit.
Für „Midsummer Poem“ wurde zunächst relaxter Reggae-Groove daraus, später sind wir durch Zufall auf den Beat-Wechsel gekommen und hatten totalen Spaß damit, das eskalieren zu lassen. Dann hat uns SAN 2 seine unverwechselbare Blues-Harp dazu gespielt, die alles zusammenfasst und abrundet.
SUMMERTIME SADNESS
Composed by Lana del Rey, Rick Nowels, 2012
Stefanie Boltz: Vocals, Backing Vocals
Nenad Uskokovic: Cello, Bass
“Think I’ll miss you forever
Like the stars miss the sun
In the morning sky
I got that summertime, summertime sadness„
Lana del Rey
Ja, es gibt sie, die kleine gemeine Schwester der Winterdepression: Die Sommerdepression, bei der Menschen depressive Symptome wie Antriebslosigkeit oder Schlafstörungen erleben, wenn die Tage länger sind.
Die bittersüße Mischung aus Trauer und Glück – darum geht es in dem Song, der Lana groß machte.
Übrigens wurde Lana del Rey als Elizabeth Woolridge Grant am 21. Juni, dem Tag der Sommersonnenwende geboren. Der namengebend für MIDSUMMER POEM ist.
Redaktionelles, Essays & Gedichte
Sommer und Mittsommer sind in der Musik, den Mythen und der Dichtung ein großer Stoff. Ich habe ein paar Themen ausgewählt, und werde sie im Flow der Arbeit an „Midsummer Poem“ immer wieder ergänzen.
Wenn ihr selber Anregungen habt, lasst es mich wissen, ich freue mich über Austausch zu diesen schönen inspirierenden Feld!
DIE SONNE
Ich möchte beginnen mit dem Essentiellen, dem Wesentlichen: Dem Licht, der Sonne selbst – und einer Sonnengöttin. Dazu ein Mythos aus Japan, ein Gedicht der Poetin Jeanine Hall Gailey und weiter unten ein Song-/Text, der als musikalische Poetry das Live-Programm starten wird.

AMATERASU, THE SUN GODDESS, RETURNS
by Jeanine Hall Gailey
I went underground to escape
(my brother, the storm)
breaking everything
(the way he does)
his fists everywhere.
I hid there, taking
the warmth
of my breath,
my gold fingers.
The people mourned,
tried to lure me from the cave,
but I was happy in the quiet
damp dark, sleeping.
Then there was dancing,
goddesses singing my name,
throwing clothes and pride to the wind
and then laughter, surprising, my own.
My laughter filling the cave until
I joined them,
naked in the light,
unable to resist the shocking,
unstoppable song of our bodies.
HYMNE AN DIE NATUR
(nach dem 10. Orphischen Hymnus 1781 übersetzt)
Die Orphischen Hymnen sind eine Sammlung von 87 altgriechischen Lobgesängen an verschiedene Gottheiten aus der Spätantike (2.–3. Jh. n. Chr.), die in der Antike dem mythischen Dichter Orpheus zugeschrieben wurden. Die Hymnen wurden von seinen Anhängern erschaffen, um die orphische Lehre zu verbreiten, Götter zu verehren und in mystischen Riten spirituelle Ekstase oder Reinigung zu erreichen. Der 10. Orphische Hymnus ist in der Sammlung der Orphischen Hymnen dem Gott Pan gewidmet.
O Natur, du Mutter von allem, allwirkende Göttin,
Reich an Künsten und alt geboren und immer erschaffend!
Allbezwingerin, unbezwungene, leuchtend und leitend!
Allbeherrscherin, allgepriesene, erste von allen!
Unvergängliche, erstgeborne, blühend und uralt!
Unaufhaltbar im Laufe führst du die Sterne der Nächte,
Wandelst geräuschlos dahin auf den leisen Spitzen der Fersen.
Heiliger Schmuck der Götter, du endloses Ende von allem,
Allen Wesen gemein und unmittelbar alleine!
Selbergeborene, vaterlose, ewige Urkraft!
Blüten erziehend, Liebe verflechtend, alles vermischend!
Anfang und Vollendung, das Leben erteilend und Nahrung!
Allgenügsam, gerecht und den Grazien liebliche Mutter!
Herrschend im Himmel und auf Erden und herrschend im Meere!
Strenge und bitter den Bösen, Gehorchenden gnädig und liebreich
Du, all weise, gabenreiche, herrschende Göttin!
Nährerin dessen, was wächst, Zerstörerin alles Gewachsnen,
Vater bist du und Mutter von allem und Amme dazu auch.
Schnelle Gebärerin, samenreich und zeitenerfüllend,
Kunstreiche, gestaltenbildende, immer im Schaffen!
Ewige, immer bewegte, an Kräften reich und an Klugheit,
Schnell ihre Schritte wälzend in unaufhörlichem Krachen,
Grundvollendete, immer strömend, gestaltenverwandelnd!
Herrlich thronende, die allein vollführt ihren Willen Allezeit,
über die Herrscher erhaben, mächtig und donnernd,
Unerschütterlich, festgegründet, Flammen ausatmend,
Allbezwingend! — Ewiges Leben, unsterbliche Weisheit,
Alles ist dein, denn du allein bist die Schöpferin allem;
Darum, o Göttin, fleh‘ ich dich an, daß du bringst mit den Zeiten
Freuden uns und Gesundheit und allen Dingen das Wachstum!

SUN GODDESS
Die Dichtung feiert die Sonne und ihre Sonnengöttinnen als strahlende Wärme, als goldene Energie und als weibliche Kraft, wie sie mythologische Figuren wie Amaterasu oder Sol verkörpern. Gedichte beschreiben die Göttin als Quelle des Lebens, die als „goldener Umhang“ das Licht nach der Dunkelheit bringt oder als feurige Macht, die den Tag regiert.
Gedichte wie „Amaterasu, the Sun Goddess, Returns“ von Jeanine Hall Gailey beschreiben das Erwachen der Göttin, die aus der dunklen Höhle tritt, um mit Wärme und ihren goldenen Fingern die Welt zu erleuchten.
Die Poesie verbindet oft den Sonnenkult mit weiblicher Souveränität, sei es durch die nordische Sol, die in einem goldenen Wagen fährt, oder die japanische Amaterasu, die das Licht zurückbringt.
ALBERT CAMUS UND DIE SONNE
„Mitten im tiefsten Winter wurde mir endlich bewusst, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer wohnt.“
Die Sonne durchstrahlt Camus ganzes Werk. Die Sonne seiner Heimat Algeriens, das Meer, der Sommer und das Licht zählte er zu den zehn wichtigsten Worten seines Lebens. Sie hatten eine tiefe Bedeutung für sein Leben und sein Werk.
In seinen Essays wie „Hochzeit des Lichts“, feiert Camus die Sonne als sinnliches Fest, während sie in der Prosa oft die Grenze zur Bewusstlosigkeit oder zum Wahnsinn darstellt.
In „Der Fremde“ ist die Sonne eine Naturgewalt, die Wahrheit enthüllt, ein Brennglas den Menschen überwältigt und als Auslöser für Handlungen fungiert, die jenseits moralischer Vernunft liegen.
„Mitten im tiefsten Winter wurde mir endlich bewusst, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer wohnt.“ Dieses wunderbare Zitat stammt aus der Sammlung autobiographischer Essays mit dem Titel „Heimkehr nach Tipasa“ aus dem Jahre 1953, also drei Jahre vor der Verleihung des Literaturnobelpreises und sechs Jahre vor dem Tod durch den tragischen Autounfall. Camus verfasste die Essays nach seiner Pariser Zeit in seinem Heimatland Algerien.
Tipasa ist eine sehr alte Stadt an der algerischen Küste, die bereits von den Phöniziern gegründet wurde und später römische Kolonie war. Schon im 3. Jahrhundert n. Chr. wurde sie christianisiert. Albert Camus verbringt seine Kindheit als ein in Algerien geborener Europäer, er ist also immer Außenseiter. In Armut, ohne Vater, mit einer fast tauben Mutter und ohne fließendes Wasser wächst er auf und macht sich die Vorzüge seiner Umgebung zunutze: Das Mittelmeer, die raue Natur und die gleißende Sonne. Diese Sonne steht für eine lebensbejahende, sinnliche Kraft, die auch in tiefster Verzweiflung (wie im Winter) als innere Kraft Bestand hat.
PETRICHOR
Sommerregen. Für mich etwas ganz Besonderes.
Wenn Regentropfen im Sommer auf die von der Sonne erwärmten Straßen und Pflanzen trifft, entsteht ein ganz spezieller Geruch in der Luft.
Ein Geruch, der glücklich macht, weil er uns intensiv an unsere schönsten Sommererlebnisse erinnert. Dieser Duft hört auf den schönen Namen „Petrichor“.
Es werden ätherische Öle und Geosmin aus der Erde, Pflanzen und Steinen freigesetzt.
DER MYTHOS
Die Sonnengöttin Amaterasu war nach einem eskalierten Konflikt mit ihrem Bruder verschwunden – eifersüchtig und streitsüchitg hatte er alles zerstört, was unter ihrem Licht gewachsen war – zudem tötete er ihr heiliges Pferd. Sie ging gebrochenen Herzens in eine Höhle. Und verschloss sie mit einem riesigen Felsen.
Die Welt wurde dunkel. Leer, kalt.
Die anderen Götter wurden ebenso kraftlos und baten sie um ihre Rückkehr, aber nichts konnte sie zurückholen.
ISUMI & IHR LACHEN
Eine der vielen Götter hatte eine andere Idee. Sie ging vor ihren Höhleneingang, tanzte, lachte, lockte sie mit ihrer Freude und steckte sie letztlich mit ihrem ansteckenden Lachen hervor. So begegnete sie ihrem Spiegelbild und erkannte dass sie der Welt fehlte.
Lachen Anmut und Freude hatte sie zurückgeholt.

SUN GODESS SONG
(Spoken)
The sun goddess
warming the world
In golden brilliance
Birds would sing for her
Flowers turn their faces in devotion
Not just a goddess
She IS LIFE
Radiance
Harmony
Blessing to the world
In early hours
Life
light
purity
Birth and divine power
Warmth and vitality
Hope
Hope to the world
Creating peace
Soothing souls
(Sung – INSPIRED BY TYREK MCDOLE)
Precious energy
Won’t you flow right into me
Power from the sun
And love for everyone
Woah, precious energy
For all eternity
Shining from above
And sending down God’s love
Sending down God’s love



